Kurzbeschreibung
Immer wieder ereignen sich in Schulen Notfälle. Daher ist es wichtig, dass Lehrpersonen Erste-Hilfe-Maßnahmen setzen können. Die Fragestellungen dieser Untersuchung lauten: Inwieweit verfügen Lehrkräfte der Sekundarstufe in Österreich über theoretische, speziell für den Kontext Schule relevante Erste-Hilfe-Kenntnisse und wie beurteilen sie diese? In diese Studie wurden 115 Lehrpersonen aufgenommen, die sowohl in Österreich ihr Lehramtsstudium absolviert haben als auch dort unterrichten. Mittels Mann-Whitney-U- und Kruskal-Wallis-Tests wurde getestet, ob es signifikante Unterschiede zwischen den Ergebnissen eines Erste-Hilfe-Quiz in verschiedenen Subgruppen der Studienpopulation gibt. Die Analyse der Selbsteinschätzungen der Erste-Hilfe-Kenntnisse wurde anhand der relativen Häufigkeiten der einzelnen Kategorien einer fünfstufigen Likert-Skala durchgeführt. Durchschnittlich wurden 13 von 27 möglichen Punkten (48,1 %) im Erste-Hilfe-Test erzielt. Es ergaben sich signifikante Unterschiede in den Testergebnissen, abhängig vom Erste-Hilfe-Ausbildungsgrad (p < 0,001), der Vorerfahrung im Leisten von Erster Hilfe (p < 0,001), sowie dem Unterrichten naturwissenschaftlicher (p = 0,027) und technisch-naturwissenschaftlicher Fächer (MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik; p = 0,004). 47,9 % der Lehrpersonen fühlen sich überhaupt nicht oder wenig kompetent, adäquate Erste-Hilfe-Maßnahmen korrekt anwenden zu können. Die Teilnehmer*innen weisen deutliche Lücken im Erste-Hilfe-Wissen auf. Der hohe Prozentsatz an Unsicherheit bei der Anwendung Erster Hilfe unterstreicht ihr Bewusstsein für ihre Wissensgrenzen und Unsicherheiten. Eine Verbesserung der Erste-Hilfe-Ausbildung von Lehrpersonen und somit langfristig eine adäquatere Vorbereitung der Lehrer*innen auf potenzielle schulische Notfälle wäre wünschenswert.
Das erzeugte PDF enthält ein personenbezogenes Wasserzeichen mit Kundennummer, SubID und Zeitstempel. Die Weitergabe an Dritte ist nicht zulässig.